Aktuelle Mitteilung

Fondsmanager entschädigt Anleger

 

Verantwortungsbewusstsein - ein hohes Gut

Sicherlich wird wohl niemand abstreiten, dass Verantwortungsbewusstsein, also
das innere Selbstverständnis für die Verantwortung gegenüber den eigenen
Handlungen, eines der höchsten und wichtigsten Güter einer jeden Sozialgemeinschaft
sein sollte. Leider, so werden hier einige Leser denken müssen, ist es jedoch
mit dem grundsätzlichen Verantwortungsbewusstsein innerhalb der modernen
Gesellschaft nicht sehr gut bestellt.


In wirtschaftlicher Sicht werden Top-Manager nach fatalen Unternehmensentwicklungen
mit enormen „Abfindungen“ entlassen, während sich die Mitarbeiter
und Aktionäre desselben Unternehmens mit den angerichteten Schäden und den
daraus resultierenden Folgen „abfinden“ müssen.


Politiker neigen oftmals dazu, auf Kosten zukünftiger Entwicklungen und Generationen
ihre Verantwortung gegenüber dem Sozialsystem, der wirtschaftlichen
Basis und vor allem der umweltrelevanten Entwicklungen einfach in den Schrank
zu stellen – im Eintausch gegen kurzfristige Erträge und mehr Anerkennung.
Der Mensch per se, als absolutes und kleinstes Teil jeder Sozialgemeinschaft,
vergisst auch mehr als das eine oder andere Mal seine Verantwortung gegenüber
den Mitmenschen, egal ob im engen familiären Bereich oder im eher weiteren
sozialen Umfeld gegenüber Nachbarn und insbesondere Randgruppen der Gesellschaft.


Nun muss man sicherlich anerkennen, dass wir in der schnelllebigsten Zeit leben,
die jemals eine Gesellschaft gesehen hat. Werte und soziale Normen müssen fast
schon, so zumindest der Eindruck, dem eigenen Leben geopfert oder zumindest
massiv angepasst werden. Erfolg wird hier wichtiger als Hilfsbereitschaft, Dynamik
wichtiger als Rücksichtnahme und letztendlich damit das Ego wichtiger als
die Gemeinschaft.
Doch dem muss natürlich nicht so sein. Eine der schönsten Grundlagen des Lebens
ist sicherlich diese, dass jeder Mensch in jeder Situation immer das Recht
(und damit auch die Pflicht) der eigenen freien Entscheidung hat. Niemand
schreibt in einer demokratisch freien Gesellschaft vor, wie man zu denken hat,
welche Werte man hochhalten sollte.


Und somit bleibt jedem Menschen nach seiner Fasson und nach seinen eigenen
Möglichkeiten die Handlungsfreiheit, Menschenliebe, Achtung für Mitmenschen
und Umwelt als Teil der Entscheidungsfindung und des Verhaltens umzusetzen.
Die Verantwortung aller mündigen Menschen liegt dann darin, diese Möglichkeiten
vorzuleben und aufzuzeigen. Hierbei geht es nicht immer nur um den großen
Schritt, sondern erst einmal immer um die Reflexion des eigenen Tuns und die
Auflösung erkannter Ungerechtigkeiten.



Berechtigt dürfte sich nun der eine oder andere Leser fragen, warum denn nun
ausgerechnet der Kommentar des Inhabers einer Fondsberatungsgesellschaft
hier ein solches Thema anschneidet. Die Möglichkeit, gehört und gelesen zu werden,
ist hierbei nicht eine Pflicht, sondern eben auch eine Chance, Werte zu erklären
und aufzuzeigen. Damit einher geht natürlich die Pflicht, diese Erklärungen
nicht als leere Worthülsen zu verteilen, sondern gerade solche Themen auch
mit Leben zu erwecken, im Rahmen des Möglichen vorzuleben.


Seit Jahren ist die Multi-Invest GmbH dafür bekannt, durch den eingesetzten aktiven
Investmentstil über das gewohnte passive Mass hinaus zu versuchen, durch
Vermeidung von überdurchschnittlichen Risiken Verantwortung für das betreute
Kapital zu übernehmen. Ein Versuch, der niemals absolut erfolgreich sein kann,
da die Entwicklung jeder Aktie und jedes Marktes niemals 100%ig korrekt vorhergesehen
werden kann.


Doch ist dies auch nicht notwendig, wenn dem Anleger langfristig ein Mehrwert in
Punkto Rendite und vor allem Sicherheit gegenüber dem passiven Verhalten generiert
werden kann. Vielleicht auch deshalb wurden die durch uns beratenen
Fonds in der Vergangenheit gerade im Bereich der Vermögensanlage, der Altersvorsorge
und auch aktuell im Bereich des institutionellen Deckungsstocks stark
genutzt.


Doch auch bei solch einer versuchten optimalen und verantwortungsbewussten
Arbeit können Fehler passieren. So z.B. im Frühjahr des letzten Jahres, als wir
zur Sicherung gegen Inflationsrisiken in drei durch uns beratene Fonds von Oppenheim
eine Position einkauften. Alle sorgfältige Prüfung der Position Petrocapital
(PCR) konnte nicht helfen, da die zur Verfügung gestellten Informationen sich
im Nachhinein als falsch herausstellten.


Die zuerst sich sehr positiv entwickelnde Position brach wenige Zeit später ein
und hinterließ negative Auswirkungen in der Preisentwicklung der Fonds. Sicherlich
haben wir uns hier keinerlei Verschulden oder Versagen vorwerfen zu lassen,
doch ist die Anlage eine Folge unserer ursprünglichen Empfehlung und fällt damit
aus moralischer Sicht in unser Verantwortungsbewusstsein. Ohne jede rechtliche
Notwendigkeit haben wir uns daher dazu entschlossen, durch einen sicherlich
sehr ungewöhnlichen Schritt die Fonds und damit alle Anleger schadenfrei zu
stellen.


Mit Datum des 16.04.2010 (Auswirkung in die Fondspreise des 19.04.2010) haben
die Multi-Invest GmbH sowie ich als Privatperson sämtliche Anteile der PCR
aus den drei Oppenheim-Fonds herausgekauft. Dies geschah nicht zum aktuellen
bzw. letzten Börsenkurs (0,14 €), sondern zum ursprünglichen Einkaufskurs von
rund 0,81 €.
Hierdurch wird der negative Einfluss dieses Wertpapiers aus den Fonds vollständig
eliminiert und das historisch realisierte sowie mögliche zukünftige Kursrisiko
ausschließlich auf die Multi-Invest GmbH und auf mich als Privatperson übertragen.
Die beratenen Fonds haben daher am 19.04.2010 einen zusätzlichen Kurssprung
erlebt, finanziert letztendlich durch die Zahlung des Fondsberaters.


Warum nun dieser gewaltige Schritt, dessen Gesamtvolumen immerhin den gesamten
Einnahmen aus der Beratungstätigkeit über einen beträchtlichen Zeitraum
entspricht?

Wie schon geschildert, gibt es keinerlei aufsichts- oder andere
rechtliche Notwendigkeit; die Entwicklung eines Wertpapiers ist immer die Chance
und das Risiko des Inhabers, hier der Fonds. Doch gerade das zuvor erklärte
Verantwortungsbewusstsein, verbunden mit der Vorbildfunktion in einer der Öffentlichkeit
zugänglichen Position, waren hier ausschlaggebend.

Nicht nur die gefühlte moralische Verantwortung gegenüber den Anlegern, sondern auch die Beendigung
der dadurch vorhandenen inneren Belastung, waren tragend.


Um in der Außenwirkung diesen Schritt nochmals zu unterstreichen und um aufzuzeigen,
aus diesen Erfahrungen gelernt zu haben, ist darüber hinaus eine Anpassung
des Verkaufsprospektes der betroffenen Fonds in der Umsetzung. Hierbei
werden zukünftig lediglich die Auswahl von übergeordnet gemanagten Positionen,
also Fonds, sowie die reine Kassehaltung ermöglicht werden. Das immer
existente Risiko einer Täuschung verbleibt dadurch auf der Ebene der Zielfonds
und wird hierdurch bis auf das Niveau der Bedeutungslosigkeit verringert. Ebenso
sichern wir hierdurch allen Anlegern zu, zukünftig nur noch auf dieser Ebene zu
agieren; einer Ebene, auf welcher wir in der Vergangenheit ein erfolgreiches Arbeiten
beweisen konnten.


Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals für das Vertrauen aller Anleger bedanken
und sichern zu, auch zukünftig mit vollem Verantwortungsbewusstsein
und im Interesse aller Anleger zu agieren.

20.04.2010, Olaf-Johannes Eick

Geschrieben von: keine Angabe


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