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Wohin mit dem Geld?

Aktienkurse bröckeln, Unternehmen stehen vor der Pleite, die Inflation droht unsere Spargroschen aufzuzehren. Selten war es so schwierig, seine Ersparnisse sicher und rentierlich anzulegen. boerse.ARD.de gibt einen Anlegerleitfaden für das Jahr 2009.
 
 Rund 40 Prozent hat der Deutsche Aktienindex Dax im vergangenen Jahr verloren. Das Börsenjahr 2009 begann ebenfalls wenig erbaulich. Trotz der Kurszuwächse am Freitag sind seit Jahresbeginn bereits Verluste von rund zehn Prozent angefallen.

Das Vertrauen der Anleger in die Aktienanlage ist in den vergangenen Monaten rapide geschwunden, das zeigen die Milliardensummen die private Investoren aus Aktienfonds abgezogen haben.


Ins Wanken geraten ist aber auch der Glaube an andere Bereiche des Kapitalmarkts, etwa den der Rohstoffe. Sowohl Gold, eigentlich als Krisenwährung bezeichnet, aber auch Öl und andere Rohstoffe wie Metalle oder Agrarprodukte haben dramatische Werteinbußen hinter sich.

Selbst der vermeintlich sichere Hafen, der Anleihemarkt, hat einiges an Glanz eingebüßt: Angesichts drohender Pleiten bei Großkonzernen wie den US-Autobauern oder der gesamten Bankenbranche sind die Schuldtitel hochriskant geworden. Und Staatsanleihen können spätestens seit dem Beinahe-Bankrott Islands ebenfalls nicht mehr ohne weiteres als krisenresistent betrachtet werden.

Bares ist Wahres
Wann die Aktienmärkte im laufenden Jahr wieder nachhaltige Aufwärtstrends aufweisen, darüber streiten auch die Experten. Selbst für Aktienprofis wie den Vermögensverwalter Jens Ehrhardt ist derzeit "Kasse halten" das Gebot der Stunde. Seine Ersparnisse ständig verfügbar zu halten, ist darum im Krisenfrühjahr 2009 keine schlechte Wahl.

Sparer können dabei aus einer Vielzahl von Tages- und Festgeldkonten auswählen. Deren Verzinsung liegt zurzeit noch bei rund 3 bis 3,5 Prozent. Wer als Neukunde bei einem Institut ein Konto eröffnet, kann sogar noch bis zu rund vier Prozent Verzinsung erwarten. Im konkreten Fall sollte man allerdings einen Blick ins Kleingedruckte bei der neuen Bank werfen: Viele Angebote sind nur mit einer kurzen Zeitspanne versehen, innerhalb derer die hohen Zinsen gezahlt werden. Andere knüpfen eine Mindest- oder Maximalanlage an die Vergabe des "Werbezinses".

Per Sparbrief Zinsen sichern
Weil der Leitzins in Euro-Land durch die EZB erst am Donnerstag weiter auf 2,0 Prozent zurückgenommen wurde und wohl noch weiter sinken wird, dürften die vergleichsweise hohen Tagesgeldzinsen nicht mehr lange zu halten sein. Wer also auf Sicht von mehreren Jahren Geld anlegen will, sollte überlegen, sich per Festgeld oder einen Sparbrief einen attraktiven Zinssatz zu sichern. Einzelne Banken bieten hier etwa 4,5 Prozent für einen Fünf-Jahres-Zeitraum an. Das Kapital ist dabei allerdings nur eingeschränkt verfügbar.

Zinsjagd mit Restrisiko
Auch Unternehmens-Anleihen locken in letzter Zeit mit hoher Verzinsung. Inmitten der Kreditkrise suchen Firmen händeringend nach Wegen, sich zu finanzieren. Wer mit Anleihen einzelner Unternehmen auf Renditejagd geht, sollte die "Bonität" des Schuldners nicht aus dem Auge lassen. Die Kreditwürdigkeit wird von Rating-Agenturen regelmäßig überprüft. Eine Pleite, und damit oft der wertlose Verfall der Anleihe, ist aber auch dann nicht ausgeschlossen.

Als vergleichsweise sicher können Anleihen von Unternehmen wie der Telekom gelten. Der Konzern hat Anfang der Woche eine neue Euro-Anleihe angekündigt, die rund sechs Prozent Rendite aufweisen wird. Ein Aufschlag von mehr als drei Prozent gegenüber einer Bundesanleihe.

Magere Bundesrendite
Lange laufende Anleihen des Bundes und der Länder sind zwar sicherer, bringen dem Anleger aber derzeit weniger als drei Prozent Zinsen; die "Tagesanleihe" des Bundes, die eine vergleichbare Flexibilität wie ein Tagesgeldkonto hat, sogar weniger als zwei Prozent Zinsen jährlich.

Quelle: Börse ARD

Geschrieben von: Ralph Wegner


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