Lexikon
Realzins
Angesichts der aktuellen (hier für das Jahr 2007) Umlaufrendite für festverzinsliche Wertpapiere von unter 4,5% klagen sicherheitsorientierte Anleger über niedrige Zinsen. Die Umlaufrendite dient vielen Anlegern als Orientierungsgröße, da sie die durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen festverzinslichen Wertpapiere über alle Laufzeiten hinweg ermittelt. Doch wie viel ist eine Umlaufrendite nach Inflation eigentlich wert?
Die Antwort auf diese Frage ist wichtiger als die nominale Höhe des Zinses, da die inflationsbereinigte Verzinsung für den Anleger der entscheidende Maßstab sein sollte. Denn was nützt beispielsweise ein Zins von 8 Prozent, wenn die Lebenshaltungskosten gleichzeitig um 8% ansteigen? Auf den ersten Blick niedrige Zinsen können bei einer niedrigen Inflationsrate wertvoller sein, als man denkt. Unter dem Realzins versteht man den realen Zins, der sich durch Abzug der Inflationsrate vom Nominalzins ergibt. Die Inflationsrate wird anhand von Verbraucherpreisen gemessen. Die deutschen Verbraucherpreise schwanken seit Mitte 2002 um ein bis drei Prozent, im Euroraum sieht das Bild ähnlich aus. Bei einer Inflationsrate von z.B. 1% und einer Umlaufrendite von z.B. 4% liegt der Realzins für einen deutschen Anleger bei 3 Prozent. Der Realzins liegt fast immer deutlich unter der Umlaufrendite. Da sowohl die Inflationsrate als auch das Zinsniveau im konjunkturellen Verlauf stark schwanken, unterliegt auch der Realzins bemerkenswerten Schwankungen. In den neunziger Jahren lag der Realzins zeitweise über 8% bzw. auch unter 2%.
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