Lexikon
sharpe Ratio
Im Gegensatz zum Beta wird bei der Sharpe Ratio die Rendite eines Portfolios mitberücksichtigt. Die Sharpe Ratio misst die Überschussrendite einer Anlage über den risikolosen Zinssatz im Verhältnis zum Risikogehalt des Portfolios. Um Ihnen zu verdeutlichen, was damit gemeint ist, stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie haben die Wahl zwischen zwei Geldanlagen, A und B. A hat eine erwartete Rendite von 8% pro Jahr, B von 10% pro Jahr und beide besitzen ein Risiko von 15% pro Jahr. Als rationaler Anleger entscheiden Sie sich natürlich für Alternative B, denn bei gleichem Risiko bekommen sie 2% mehr Rendite im Jahr. Wie würden Sie sich aber entscheiden, wenn Anlage A nun eine Rendite von 8% bei einer Volatilität von 10% aufweist, Anlage B dagegen eine Rendite von 10% bei einer Volatilität von 16%. Hier bietet die Sharpe-Ratio eine entsprechende Hilfestellung. Bei einem risikolosen Zinssatz von z.B. 3,42% ergibt sich für Anlage A eine Sharpe-Ratio von 0,46 (=(8-3,42)/10) und für Anlage B von 0,41 (=(10-3,42)/16). Somit ist jetzt Anlage A zu bevorzugen, denn pro Einheit eingegangenes Risiko bekommt man für Anlage A 0,46% Rendite, für Anlage B hingegen nur 0,41%. Sie sehen also, mit der Sharpe Ratio können Sie auf einen Blick die relative Vorteilhaftigkeit risikobehafteter Anlagen beurteilen. Generell besagt eine positive Sharpe-Ratio, dass gegenüber der risikolosen Rendite eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde, eine negative Sharpe-Ratio hingegen zeigt, dass die Anlage nicht einmal die risikolose Verzinsung verdient hat. Wählen Sie also unter mehreren Alternativen bei sonst gleichen Bedingungen immer diejenige mit der höheren Sharpe-Ratio aus.
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