Lexikon
Hedgefonds
Hedgefonds sind Anlagefonds, die keinen oder nur wenigen gesetzlichen und sonstigen Beschränkungen unterliegen. Ursprünglich dienten sie der Kapitalabsicherung (Hedging). Inzwischen haben Hedgefonds mit diesem Konzept nur noch wenig zu tun, im Gegenteil, bei diesen Fonds handelt es sich teilweise um eine hoch spekulative Anlage mit kurzfristigem Anlegerinteresse. Im Gegensatz zu Investmentfonds orientieren sich Hedgefonds nicht an einem Vergleichsindex (Benchmark). Investiert wird in Aktien, Devisen, Obligationen und in Derivate wie Optionen, Swaps und Futures mit starker Hebelwirkung. Der Fondsmanager kann seinen Managementstil frei wählen, bestimmt allein über die Zusammensetzung seines Portfolios, leiht sich zum Ankauf von Investments auch Gelder aus, der Kassabestand pro Investment liegt teilweise über 15 Prozent. Gesellschafter- und Verwaltungsstrukturen sind häufig unübersichtlich, es handelt sich um sogenannte Offshore-Fonds, die in Steueroasen wie den Bermudas, Grenada oder den Niederländischen Antillen beheimatet sind. Insbesondere die Erfahrung des Fondsmanagers entscheidet über den Erfolg des Fonds. Die Mindestanlagesumme liegt meist bei 50.000 US-Dollar aufwärts. Neben hohen Managementgebühren wird meist eine Performance fee von durchschnittlich 20 Prozent fällig. Lange Zeit waren Investments in Hedgefonds nur über Zertifikats- oder Genußscheinkonstruktionen möglich, mit Inkrafttreten des Investmentmodernisierungsgesetz am 1. Januar 2004 sind Dach-Hedgefondskonstruktionen nun auch in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassen, Einzelhedgefonds dürfen dagegen nur im Private Placement vertrieben werden.
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